Anime Watchlist Roundup #1

Eigentlich mag ich Animes, ich kam aus irgend einem Grund aber nie dazu, wirklich viele zu schauen. Früher, als auf MTV noch welche liefen, habe ich Cowboy Bebop gesehen, als der ISDN-Anschluss es zuließ mit Neon Genesis Evangelion die erste Serie im Originalton. Und natürlich habe ich über die Jahre einige Filme von Studio Ghibli gesehen und wie oft die sechs Folgen von FLCL während meiner Schulzeit über den Bildschirm liefen kann ich nicht mehr zählen.

Aber nun ja, genug der Nostalgie... ich schaue in letzter Zeit wieder ein paar mehr oder weniger willkührlich ausgewählte Animes. Warum ich das jetzt tut, weiß ich nicht. Genau so wenig, wie den Grund dafür, dass ich es früher nicht tat. Denn wie gesagt, eigentlich mag ich Animes.


Kill la Kill

Als ich anfing Kill la Kill zu schauen war mein Ersteindruck zwiegespalten. Mittlerweile würde mich als Fan bezeichnen. Ryuko Matois Suche nach der_m Mörder_in ihres Vaters erinnert in mancher Hinsicht an FLCL und ist eine Mischung aus Comedy, einer immer epischer werdenden Story mit diversen Charakteren und Actionszenen voller abgedrehter Ideen.

Kämpfe und Slapstick sind unterhaltsam, aber der wirkliche Grund warum ich Kill la Kill so sehr mag sind die Charaktere. Mit jeder Folge erfahren wir mehr über ihre Beweggründen und Beziehungen zueinander. Gerade die weiblichen Figuren sind die interessantesten aller Serien in diesem Blogpost, allen vorran Ryuko und Satsuki. Trotz meiner Begeisterung kann ich die Serie nicht unkritisch empfehlen... die schrecklichen Uniformen (auch wenn die Serie selbst dsa Thema aufgreift) lassen Ryuko nahezu nackt kämpfen und in den ersten beiden Folgen gibt es einige problematische Szenen, für die eine Triggerwarnung angebracht ist. Nach dem Ende der Staffel im März werde ich meine Gedanken zu Kill la Kill noch einmal ausführlicher aufschreiben.


Shingeki no Kyojin / Attack on Titan

Ich hatte viel positives über Attack on Titan gehört und versuchte auf der Suche nach neuen Animes auf den hype train aufzuspringen. Die Menschheit wurde von den Titanen, riesigen menschenähnlichen Wesen, überrant. Die wenigen Überlebenden schützen sich hinter drei Mauerringen vor den Angreifern. Die Geschichte dreht sich vor allem um die frisch aus dem Militärtraining kommenden Freund_innen Eren, Mikasa und Armin, von denen sich vor allem ersterer vorgenommen hat, die Titanen zu vernichten.

Die Menschen sind trotz der fortschrittlichen Nahkampfausrüstung hoffnungslos ungerlegen und so überleben viele die spektakulären Actionszenen nicht. Vermutlich trägt das auch seinen Teil zur Popularität bei - die Leute mögen ja auch Game of Thrones, habe ich gehört. Wirklich viel passiert im Verlauf der 26 Folgen letztendlich trotzdem nicht und die Auflösung ist, wenn keine zweite Staffel folgen sollte, eher unbefriedigend. Die Charaktere selbst können meiner Meinung nach auch nicht mit der komplex und durchdacht wirkenden Welt mithalten und wirken etwas eindimensional. Als einzige Serie in diesem Blogpost werden weibliche Figuren nicht sexualisiert dargestellt. Attack on Titan ist alles in allem gut, wenn auch nicht so großartig, wie ich nach dem Hype erwartet hatte - dieser Gesamteindruck könnte sich mit einer Fortführung der Story in einer zweiten Staffel aber ändern.


Kyuokai no Kanata / Beyond the Boundary

Kyuokai no Kanata wirkt auf mich wie eine Anime-Version von Buffy. Für die Menschen unsichtbar leben die "Youmu", magische Wesen, die von den Ikaishi gejagt werden. Die Geschichte dreht sich vor allem um Jägerin Mirai und Halb-Youmu Akihito, die sich beide nicht ganz zugehörig in die Welt um sie herum fühlen.

Die über 12 Folgen erzählte Geschichte nutzt die Zeit gut aus und wechselt ausgeglichen zwischen Alltags-Comedy, Actionszenen und der Entwicklung von Geschichte und Figuren. Schön animiert und mit ein paar hartnäckigen Ohrwürmern im Soundtrack versehen ist das ganze dann auch noch. Manchmal ist das ganze allerdings fast ein wenig zu niedlich.


WataMote

Eigentlich "Watashi ga Motenai no wa do Kangaetemo Omaera ga Warui!", beziehungsweise "No Matter How I Look at It, It’s You Guys' Fault I’m Not Popular!", hat es sich im Internet der Einfachheit halber durchgesetzt diese Serie nur WataMote zu nennen. Es geht um die Schülerin Tomoko, die sich vorgenommen hat endlich beliebt zu werden - und dabei immer wieder scheitert.

WataMote ist nicht ganz leicht zu beschreiben. Vordergründig ist es vor allem Comedy: Tomokos scheitern im Umgang mit anderen Menschen ist witzig, awkward und erinnert vielleicht auch an einige peinliche Erinnerungen aus der eigenen Jugend. Die Serie geht sehr direkt mit Tomokos Sexualität um. Sie fantasiert viel über Beziehungen zu Jungs, bewundert die Körper ihrer Mitschülerinnen und hat mag romantische bis pornografische Videospiele. Teilweise geht die Serie dabei zu weit und die 4. Folge kann mit einer Triggerwarnung [sexuelle Übergriffigkeit] versehen und im Zweifel besser übersprungen werden.

Im Kontrast sind Tomokos Einsamkeit und ihre scheinbare Machtlosigkeit an der Situation etwas zu verändern oft auch herzzerreißend traurig. Weder ihre Familie noch ihre einzige Freundin ahnen, wie es ihr wirklich geht. Was anfänglich einfach wie Schüchternheit wirkt, ist im Laufe der Serie eher eine ernsthafte Angststörung. Die Serie kann sich zwischen diesen beiden Inhalten nicht wirklich entscheiden. Die 12 Folgen sind größtenteils unzusammenhängende Ausschnitte aus Tomokos Alltag und so stellt sich am Ende die Frage, ob die Serie nicht etwas zu belanglos ist. Ich hoffe auf eine zweite Staffel, die sich mehr auf Tomokos Gefühle als auf ihr Scheitern konzentriert. Und darauf, dass sie irgendwann noch einmal so sorglos wie im Outro sein kann.


Chūnibyō Demo Koi ga Shitai! / Love, Chunibyo & Other Delusions

Ich weiß gar nicht mehr wie ich über Chunibyo... gestolpert bin, aber jetzt stecke ich jedenfalls mitten in der aktuell laufenden zweiten Staffel. Es geht um eine Gruppe von Oberschüler_innen, die teilweise in einer Fantasiewelt leben, in der sie sich für Magical Girls und Superheld_innen halten.

Die erste Staffel beginnt mit humorigen slice of life-Episoden, in denen sich mit der Zeit auch das Liebesleben der Protagonist_innen einreiht. In späteren Folgen wird es thematisch düsterer, wenn die Hintergründe für die Realitätsflucht ergründet werden. Das ganze ist trotz dieser Töne fürchterlich niedliche und im positiven Sinne harmlose Unterhaltung.


Durarara!!

Durarara habe ich angefangen, aber wirklich einordnen kann ich die Serie nach 5 Folgen nicht. Die Folgen springen zwischen einer recht großen Gruppe an Figuren - von einem Schüler, der nach Tokyo zieht über Gangmitglieder mit Superkräften bis zu einer kopflosen Motorradfahrerin - ohne eine wirkliche Hauptfigur zu haben. Das ganze ist trotz des sehr fantastisch klingenden Settings sehr entspannt und ruhig. Mir war es stellenweise so gar zu ruhig und bisher hatte ich noch nicht die richtige Stimmung um Durarara weiterzuschauen - aber das kommt sicher noch.


Und was schaue ich demnächst? Momentan schaue ich außerdem noch das Mecha-Geschlachte Gurren Lagann und lasse mir von Nichijou fragende Blicke ins Gesicht zaubern. Außerdem liegt gerade nach einer Empfehlung von Kotaku Kyousougiga in meinem DVD-Regal und in der Filterblase taucht auch immer wieder der Titel Death Note auf. Und sonst so? Keine Ahnung. Das Tempo in dem ich gerade Serien schaue ist hoch, weitere Empfehlungen für meine Liste in den Kommentaren wären also völlig in Ordnung.

Sofakissen

Erfinder des Facebook-Nicknames, Profeminist, Alltagsvegetarier, Ponyfreund, Internetbewohner, Podcaster. Gratuliert nie zu Geburtstagen.