Und wenn ich groß bin werde ich Videospieljournalist

Ich spielte immer selbst Videospiele, seit ich die gerenderten Welten von Riven entdeckte und mir ohne Anleitung oder Tutorial die Komplexität von Civilization 2 erschloss. Metal Gear Solid für mich das beeindruckendste Spiel das ich bis dato erlebte und als ich das erste mal Counter-Strike sah fand ich es irgendwie fand. Irgendwann entwickelte ich mal ganz passable Fähigkeiten in in Quake 3 Arena und Tony Hawk's Pro Skater 3.

Und dann hatte ich irgendwie keine Zeit, keine Lust, kein Interesse mehr.

Bis ich Anfang 2013 eine Woche krank geschrieben im Bett lag und Gemini Rue spielte. Und endlich das viel gelobte Portal. Und Dear Esther. Und weiter, quer durch den Pile of Shame, der entstanden war.

Mit dem wiederentdeckten Interesse fand ich auch den neuen, neuen Videospieljournalismus. Texte von Leigh Alexander, Mattie Brice oder Cara Ellisson oder die Videos von Christopher Franklin waren das interessanteste, spannendste, faszinierendste was ich seit langem im Internet entdeckt hatte.

Und dann spielte ich Spiele wie Shelter und Gone Home und bemerkte wie sich meine Perspektive, mein Denken über Videospiele veränderte und fing schließlich selbst an über Videospiele zu schreiben.

Irgendwann 2013 wurden es dann so viele Texte, dass ich einen eigenen Ort für sie abseits meines Blogs suchte. So entstand herzteile, wo ich hauptsächlich schreibe.

Seit dem schrieb ich so einiges.

Über Shelter und die Schönheit des (nicht) Spielens, The Stanley Parable und Videospielejournalismus, Master Reboot und den Tod in der Zeit der Digitalisierung und warum Adventures nicht nur aus Rätseln bestehen.

Ich versuchte herauszufinden, waru mich in Don't Move, Banished und Long Live The Queen so viel Zeit verbrachte. Warum ich eigentlich viel zu wenig Zeit hatte, um die Vielfalt des Ludum Dare wirklich zu erleben und daher kurze Spiele schätze.

Ich entdeckte die vielen Arten, auf die Spiele auch politisch sein und Überwachung darstellen können, sei es in Nothing To Hide oder Republique.

Ich besuchte und beschrieb Events wie die A Maze, die Join oder die gamescom und werde sicher noch öfters solche Events besuchen und beschreiben.

Zuletzt rückte die Gaming community, oder das was sich so nennt, in den Fokus - vor allem wegen ihrer gewalttätigkeit. Und was "Gamer" überhaupt sein sollen, können, wollen. Und ich startete einen neuen Podcast zu diesen Themen.

Bei den vielen Ideen, die ich hatte und habe entstand ein Tumblr, auf dem ich ebenfalls über Spiele schreibe und Gedankenfragmente sammle - die manchmal auch etwas ausführlicher werden, als gedacht.

Ich fühle mich immer noch jedes mal ungaublich geehrt, wenn auf Superlevel oder Critical Distance ein Link erscheint, wenn jemand einfach in einem Tweet erzählt, dass sie_r einen Text mochten oder ein Tumblr-Post Reationen erzeugt. Wenn ich selbstbewusster wäre, würde ich vermutlich sogar selbst sagen, dass meine Texte ganz gut sind.

Ich habe zu Videospielen mehr geschrieben, als ich jemals zu irgendwas anderem geschrieben habe. Und ich würde gerne noch so viel mehr machen. Ich habe lange, fast fertige Texte, die in nächster Zeit noch erscheinen. Ich habe fast ebenso lange unfertige Texte, die vielleicht nie erscheinen.

Ich würde gerne die Podcast-Formate ausbauen und die Ideen für Video-Formate aus meinem Kopf auf einen Bildschirm bringen.

Ich würde gerne mehr Zeit zum Spielen haben, und dann noch mal mehr Zeit um über das gespielte nachzudenken und dnan noch mal noch viel mehr Zeit, um die Gedanken zu formulieren und aufzuschreiben.

Ich hätte gerne wieder eine aktuelle Konsole oder einen besseren PC. Eine neue Videoschnittsoftware, die ein klein bisschen mehr kann und eine neue Kamera, die ein klein bisschen besser ist.

Worauf ich heimlich hinaus will: Wenn ihr das auch alles gerne sehen würdet - und lieber früher als später - könnt ihr mich auf Patreon unterstützen. Ich bin für jeden Dollar wirklich dankbar. Und falls ihr mal einen Text über Videospiele braucht, dann schreibt mir doch eine Mail an hallo@raummaschine.de. Ich bin nämlich auch käuflich.

Und wenn ich groß bin, werde ich ja vielleicht Videospieljournalist. Oder Astronaut.

Sofakissen

Erfinder des Facebook-Nicknames, Profeminist, Alltagsvegetarier, Ponyfreund, Internetbewohner, Podcaster. Gratuliert nie zu Geburtstagen.